Uelde

Anno II., Erzbischof von Köln, gründet im Jahre 1072 das Kloster Grafschaft im Sauerland und übergibt diesem Kloster eine stattliche Anzahl von Kirchen und Dörfern. Unter den zehntpflichtigen Dörfern ist Uelde als siebtes aufgeführt. Dieses ist die bisher älteste Erwähnung Ueldes, und zwar hieß der Ortsname Ulede. Das Schriftstück ist in lateinischer Sprache abgefasst und ist unter der Bezeichnung Anno-Urkunde in die Geschichte unseres Raumes eingegangen. Ulethe (Schreibweise um 1205) wird von Jellinghaus als fetter, nasser, feuchter Platz gedeutet. -entnommen dem Heimatbuch "1072 - Uelde - 1982" von Karl Wasmuth-

Uelde ist nach Waltringhausen das urkundlich nachweisbar zweitälteste Dorf des Kirchspiels Mellrich.Bis zur kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 war Uelde eine selbständige Gemeinde im Amt Anröchte. Heute ist Uelde eine der 10 Ortschaften der 1975 neugebildeten Gemeinde Anröchte. Die Ortschaft Uelde ist ein landwirtschaftlich geprägter Ort und umfasst eine Fläche von 496 ha. Die Ortschaft Uelde gehört mit den Ortschaften Altenmellrich, Klieve, Robringhausen und Waltringhausen zum Kirchspiel Mellrich.

Die St. Antonius Kapelle, erbaut im Jahre 1904, bildet den Mittelpunkt des Dorfes. Im Turm des Gotteshauses befinden sich drei Glocken. Die Marienglocke aus dem Jahre 1630, die Antonius- und Elisabethglocke sowie die Nikolaus- und Alexanderglocke, jeweils aus dem Jahre 1983. Die alte Kapelle aus dem Jahre 1325 wurde 1909 oder 1910 abgebrochen. 1965 ist die St. Antonius Kapelle von innen und außen renoviert worden. Weitere Renovierungen erfolgten 1999 und 2014. Der Kapellenvorplatz wurde 2018 grundlegend erneuert, so dass auch ältere Menschen die Kapelle barrierefrei besuchen können. Im Jahre 1967 ist der Kreuzweg von einzelnen Familien gestiftet worden. Die St. Antonius Kapelle wird aus Spenden der Bürgerschaft unterhalten.  Am 17./18. September 2005 wurde das hundertjährige Bestehen der St. Antonius Kapelle unter Teilnahme des Erzbischofes Hans-Josef Becker gebührend gefeiert.

Seit 1651 gab es in Uelde eine Schule. Das alte Schulgebäude ist im Jahre 1932 erstellt worden. . Es wurde 1965 um einen weiteren Anbau erweitert. Nach der Neuordnung des Volksschulwesens im Jahre 1966 wurde das Schulgebäude bis zum Jahre 1980 gewerblich genutzt. Seit 1651 gab es in Uelde eine Schule.Der Heimatverein, der seit 1977 besteht und dem Westfälischen Heimatbund beigetreten ist, hat den Bildstock aus dem Jahre 1703 und das Wegekreuz am nördlichen Ortseingang (an der K8/K64) im Zuge des Ausbaues der Straße umgesetzt und restauriert.

Vom Heimatverein ist in unmittelbarer Nähe des Kinderspielplatzes eine neue Wartehalle errichtet worden. Außerdem hat der Heimatverein im Jahre 1995 eine Schutzhütte auf dem Bolzplatz hergestellt. 1995 hat der Schützenverein St. Antonius Uelde einen Teilbereich der ehemaligen Schule von der Gemeinde erworben und zur Bürgerbegegnungsstätte umgebaut.

Hinsichtlich der Erziehungs- und Bildungseinrichtung ist auf den Gemeindekindergarten Mellrich für 75 Kinder in der Ortschaft Mellrich hinzuweisen. Die Schüler/innen sind dem Einzugsbereich der Grundschule Mellrich zugewiesen und als weiterführende Schulen stehen die Sekundarschule Anröchte/Erwitte sowie das Gymnasium Erwitte zur Verfügung. Folgende sonstige Einrichtungen, die das Gesellschaftsleben in Uelde unterstützen, sind zu nennen:

  • St. Antonius Kapelle
  • Vogelstation in der ehemaligen RWE-Trafostation
  • Hinweistafel der ehemaligen Königl. Preus. Telegrafenstation - Steine und Mehr - auf der Haar
  • Kulturhistorischer Lehrpfad
  • Friedhof in Mellrich
  • Bürgerbegegnungsstätte
  • Jugendraum
  • Kinderspielplatz
  • Bolzplatz

Ortsvorsteher:
Herbert Ferdinand
Zur Schmiede 4
59609 Anröchte-Uelde
Tel.: 02947/89110

 

Weitere Informationen unter www.uelde.de.

Das Uelder Wappen

Auf der linken Seite (heraldisch rechts) in Blau ein weißer Eremitenstab (Tau-Krenz) und auf der rechten Seite (heraldisch links) in Weiß und Blau eine Pfahldarstellung

Nichtamtlich

Die Farben Blau-Weiß beziehen sich auf das Kloster Grafschaft. Der Ort Uelde gehörte mit einer größeren Zahl von Gütern und Zehnten zur Gründungsausstattung des Klosters Grafschaft. Auf dem Wappen von Grafschaft ist die Pfahldarstellung aus dem Wappen der Klostervögte von Grafschaft gewählt worden. Die frühe kirchliche Organisation wird in dem Wappen repräsentiert durch die Kapelle und ihr Patrocinium St. Antonius Eremita.