Hinter dem Beschluss steckt ein nüchterner Befund. Bauamtsleiterin Birgit Hendriks legte in der Ausschusssitzung dar, dass der Bauhof in Spitzenwochen zwischen 200 und 250 gefüllte Laubsäcke grundstücksbezogen einsammelte. Das klingt nach einem funktionierenden System. War es aber nicht. Viele Anlieger holten die Säcke ganzjährig ab und füllten sie mit Strauch- und Baumschnitt vom Privatgrundstück. Für Herbstlaub gedacht, landeten in den Säcken Heckenreste und Gartenschnitt. Unmut entstand auf beiden Seiten: bei Anliegern und beim Bauhof.
Die Lösung ist älter als der Ärger. Laubkörbe stehen in vielen deutschen Kommunen seit Jahren im Straßenraum – auch in Anröchte. Ein Korb übersteht viele Herbstsaisons, ein Einwegsack nicht. Die Verwaltung habe damit gute Erfahrungen gemacht, hält die Beschlussvorlage fest. Standorte lassen sich bei Bedarf erweitern und verschieben.
Die Straßenreinigungssatzung bleibt unberührt. Sie verpflichtet alle Grundstückseigentümer weiterhin, Gehwege und teilweise auch Fahrbahnen bis zur Straßenmitte sauber zu halten, Laub von Gemeindebäumen eingeschlossen. Einsammeln, zwischenlagern, bei Bedarf zur Annahmestelle bringen. Das ist Sache der Anlieger, wenn die Grüne Tonne nicht ausreicht. Daran ändert der Beschluss nichts. Das Aufstellen der Laubkörbe ist ein zusätzliches Angebot der Verwaltung.
Wer für die Gemeinde ein öffentliches Beet pflegt, fällt unter eine Ausnahmeregelung. Individuelle Absprachen mit dem Bauhof laufen weiter.
Christian Hunecke vom Bauamt stellt klar, wofür die Körbe gedacht sind. „In die Laubkörbe gehört ausschließlich Laub, das von Bäumen, die im öffentlichen Straßenraum stehen, gefallen ist", betont er. „Herabgefallene Äste legt man daneben, nicht hinein. Privater Grünschnitt oder Gartenreste haben in den Körben nichts zu suchen.“
Ihr Ansprechpartner im Rathaus: Christian Hunecke, c.hunecke@anroechte.de