Anröchte setzt ein Zeichen für Artenvielfalt und Klimaschutz - Zitterpappel als Baum des Jahres 2026 in Effeln gepflanzt

Ihr Name klingt nach Schwäche. Dabei ist sie eine der widerstandsfähigsten Baumarten Mitteleuropas. Am „Tag des Baumes“ pflanzten die Gemeinde Anröchte und der Kreisverband Soest der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gemeinsam die Zitterpappel (Populus tremula) im Naherholungsgebiet „In den Espen“ in Effeln. Der Standort ist kein Zufall: Espe ist schlicht der ältere, volkstümliche Name für genau diesen Baum.

Die Zitterpappel ist in diesem Jahr vom Kuratorium Baum des Jahres zur Baumart 2026 gekürt worden. Eine Wahl mit Botschaft. Franz-Ferdinand Gröblinghoff, Vorsitzender des Kreisverbands Soest der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, erklärt warum: „Als Pionierbaumart besiedelt die Zitterpappel offene Flächen, trägt durch neue Triebe aus Wurzelbrut zur Regeneration von Wäldern bei und bietet zahlreichen Tieren Lebensraum. Über 60 Schmetterlingsarten, darunter der Große Schillerfalter, nutzen sie als Futterpflanze. Außerdem profitieren viele Vogelarten von ihrem reichen Insektenangebot.“ Die Zitterpappel stehe sinnbildlich für Widerstandskraft, Artenvielfalt und Erneuerung.

 

Als mittelgroßer, sommergrüner Laubbaum erreicht die Zitterpappel je nach Standort eine Höhe von 20 bis 30 Metern. Unverkennbar ist sie durch ihre breit verzweigte Krone und ihre nahezu kreisrunden, fein gezähnten Blätter, die aufgrund ihrer seitlich abgeflachten Blattstiele bei jeder noch so leichten Luftbewegung zu zittern beginnen. Genau dieses Blattzittern steckt auch im wissenschaftlichen Namen: „Populus“ für Pappel, „tremula“ für zitternd. Wer einmal neben einer Espe gestanden hat, kennt dieses eigentümliche Rauschen. Ein Geräusch, das kein anderer Baum in unseren Wäldern macht.

 

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat mit der Pflanzung in Effeln einen Baum ausgewählt, der in der forstlichen Diskussion lange unterschätzt wurde. Dabei ist die Zitterpappel gerade im Klimawandel von besonderem Wert. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen mit durchlässigen, frischen Böden, verträgt Frost und Wind und behauptet sich in sehr unterschiedlichen Landschaften. Nach Stürmen, Bränden oder Kahlschlägen ist sie oft die erste Baumart, die zurückkehrt. Ihr weitverzweigtes Wurzelsystem erlaubt vegetative Vermehrung. So entstehen ganze Pappelhaine, unter deren Schutz sich anspruchsvollere Baumarten ansiedeln können. Die Espe bereitet den Wald von morgen vor.

 

Für Bürgermeister Alfred Schmidt, der mit Anröchtes Bauamtsleiterin Birgit Hendriks und Bauhofleiter Malte Homann an der Pflanzaktion beteiligt war, ist die Pflanzung mehr als ein symbolischer Akt: „Die Zitterpappel steht für das, was unsere Wälder im Klimawandel brauchen: Pioniergeist, Zähigkeit und die Fähigkeit, dort anzufangen, wo andere aufgehört haben. Dass wir sie heute hier pflanzen, macht mich stolz – auf die Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und auf das, was in Anröchte wächst.“

 

Der Kreisverband Soest der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald begleitet die Aktion fachlich. Neben dem Vorsitzenden Franz-Ferdinand Gröblinghoff ist Geschäftsführer Edgar Rüther an der Pflanzung beteiligt. Der Verband setzt sich bundesweit für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Waldes ein und macht mit der Benennung des Baumes des Jahres seit Jahrzehnten auf schützenswerte und ökologisch bedeutsame Baumarten aufmerksam.

 

Mit der Wahl der Zitterpappel steht 2026 eine Baumart im Mittelpunkt, die auf vielfältige Weise das Ökosystem bereichert. Ihr lebendiges Spiel im Wind erinnert daran, dass Bäume mehr sind als Landschaftselemente: Sie sind ein unverzichtbarer Teil der Natur – und es lohnt sich, sie genauer anzuschauen.

 

Ihre Ansprechpartnerin im Rathaus: Birgit Hendriks, Telefon 02947 888-600, b.hendriks@anroechte.de 

Edgar Rüther, Franz-Ferdinand Gröblinghoff, Malte Homann, Alfred Schmidt und Birgit Hendriks (v. l.) bei der Pflanzaktion Foto: Holger Bernert