Grundlage ist das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das die Gemeinde 2023 und 2024 zusammen mit dem Planungsbüro complan Kommunalberatung erarbeitet hat. Es beschreibt den Bereich zwischen Hauptstraße, Berger Straße, Mühlenweg und Friedhofstraße als räumlich dichten Kern, in dem Rathaus, Schulen, Kita, Kirche, Nahversorger und Bürgerhaus auf engem Raum zusammenliegen. Wer den Bereich heute durchläuft, sieht ein Bürgerhaus aus den 1980er Jahren, das für Vereinssport, Jugendtreff und Veranstaltungen gleichzeitig genutzt wird, aber keiner dieser Aufgaben wirklich gerecht wird. Die Wege zwischen den Gebäuden sind weder barrierefrei noch einladend.
Bauamtsleiterin Birgit Hendriks kennt das Gebäude gut. „Das Bürgerhaus ist das wichtigste Einzelprojekt im ISEK. Wir wollen es so umbauen, dass es für Vereine, Veranstaltungen und das Gemeindeleben langfristig nutzbar ist. „Die aktualisierten und mit den beteiligten Akteuren abgestimmten Pläne liegen vor, müssen in den nun folgenden politischen Gremien abstimmt werden: Am 23. Juni berät der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss das Raumprogramm mit Vor-Entwurf Leistungsphase 2, am 7. Juli soll der Rat beschließen. Danach folgt die Ausschreibung der weiteren Planungsleistungen. Bis zum 30. Oktober muss der Folgeantrag mit präzisierter Planung und Kostenberechnung in Düsseldorf vorliegen. Die Sanierungs- und Abbrucharbeiten können frühestens Ende 2027 beginnen.
Für den Bildungscampus gilt ein ähnlicher Zeitplan. Der Rahmenplan wurde am 11. Juni erstmals im Lenkungskreis vorgestellt, wird am 23. Juni im Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss präsentiert und soll am 7. Juli vom Rat beschlossen werden. Baubeginn für den Bauabschnitt „Außenanlagen Bildungscampus“ ist für Frühjahr oder Sommer 2027 vorgesehen. „Beim Bildungscampus geht es nicht nur um Schulgebäude. Wir wollen den ganzen Bereich attraktiver gestalten, auch für die Zeit außerhalb des Unterrichts“, bringt es Dorothé Schlüter vom Bauamt auf den Punkt.
Zu den anstehenden Sitzungen der politischen Gremien, in denen die Grundsatzbeschlüsse für das Bürgerhaus und den Bildungscampus getroffen werden sollen, sind Interessierte herzlich eingeladen.
Bevor ein Bagger anrückt, bedarf es somit formell eines Ratsbeschlusses, anschließend einer konkreten Ausschreibung, eines Folgeantrages bis hin zur Plangenehmigung. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern das normale Verfahren bei geförderter Städtebauplanung. Der Bund hat die Mittel für das Programm 2026 auf erstmals eine Milliarde Euro aufgestockt. Wer Geld aus diesem Topf will, muss die Förderregeln einhalten, und das kostet bekanntlich Zeit.
Das Konzept entstand unter Beteiligung der Bevölkerung. In zwei Arbeitskreisen mit rund 30 lokalen Akteuren wurden Ideen gesammelt. Beim Bürgerhausworkshop sprachen Vereine und Nutzergruppen über ihre Bedarfe. Schülerinnen und Schüler von Sekundarschule und Grundschule lieferten Vorschläge für den Schulhof: Überdachung für das Soccerfeld, Tischtennisplatten, Sitzgelegenheiten. Bürgermeister Alfred Schmidt versprach im Vorfeld, die umsetzbaren Entwürfe zu prüfen. „Mit der Förderzusage können wir jetzt konkret planen. Wir wollen Angebote schaffen, die die Anröchterinnen und Anröchter wirklich aus allen Altersgruppen nutzen.“ Ob das gelingt, entscheidet sich, wenn die Nutzungskonzepte feststehen. Das ISEK liefert den Rahmen. Die Antworten kommen in den kommenden Monaten.
Ihre Ansprechpartnerin im Rathaus: Birgit Hendriks, 02947 888-600, b.hendriks@anroechte.de.