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Die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Gemeinden Anröchte und Radkow/Wünschelburg

Sie besteht nunmehr fast 50 Jahre, die Patenschaft der Gemeinde Anröchte zur Gemeinde Wünschelburg, dem heutigen Radkow in Polen. Am 12.12.1952 beschloß die Gemeindevertretung Anröchte, die Patenschaft über das schlesische Wünschelburg zu übernehmen. Gleichzeitig wurde auch eine Straße in Anröchte entsprechend benannt. Beides, die Patenschaft und die Wünschelburger Straße, haben heute in Anröchte noch Bestand. Vielmehr noch: Aus der im Jahre 1952 beschlossenen und am 06.06.1954 offiziell durch die Ausfertigung einer Urkunde übernommenen Patenschaft hat sich eine Partnerschaft zwischen beiden Kommunen entwickelt.

 
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Über 50 Jahre sind vergangen zwischen der Ausfertigung zweier Urkunden. Im Zusammenhang der Geschichte betrachtet, füllen 40 Jahre jedoch nur einen kurzen Zeitabschnitt aus, und trotzdem liegen zwischen 1952 und 1992 entscheidende historische Entwicklungen. Die Demokratisierung im Osten Europas begann, Grenzen wurden durchlässiger oder verschwanden ganz und ein geteiltes Deutschland vereinigte sich wieder. Der im Jahre 1952 beschlossenen Patenschaft folgte am Pfingstsonntag des Jahres 1954 im Rahmen einer Feierstunde anlässlich eines Treffens der Wünschelburger Heimatgemeinschaft die Urkundenübergabe.

Grundlage dieser Patenschaft war die Tatsache, dass rund 40 Wünschelburgerinnen und Wünschelburger in Anröchte nach Kriegswirren und Vertreibung aus ihrer Heimat in der Haarstranggemeinde ein neues Zuhause gefunden hatten. Da Anröchte und Wünschelburg - so ist es in alten Akten zu lesen - die gleichen kulturellen und wirtschaftlichen Merkmale hatten und in ihrer Struktur gleichartig zu beurteilen waren - insbesondere wegen der in beiden Gemeinden florierenden Sandsteinindustrie - fand man leicht eine Basis, die Patenschaft zu übernehmen. Zu dem 1. Treffen der Wünschelburgerinnen und Wünschelburger am 06.06.1954 in Anröchte kamen 700 Personen. Bereits 15 derartige Treffen organisierte die seit 1965 als eingetragener Verein bestehende Heimatgemeinschaft Wünschelburg e.V..

 
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Heimatverbundenheit und der Brückenschlag zu den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern ihrer alten Heimat sowie regelmäßige Besuche in den letzten Jahren führten zwei Vorstandsmitglieder mit Engagement und notwendigem Fingerspitzengefühl zu den Verantwortlichen der heute polnischen Stadt Radkow. Durch Vermittlung und Sondierung seitens dieser Vorstandsmitglieder konnte Ende 1990 erstmals ein offizieller Kontakt zwischen beiden politischen Gemeinden aufgenommen werden. Einer ersten schriftlichen Kontaktaufnahme durch die Gemeinde Anröchte im Dezember 1990 folgte eine positive Antwort des Bürgermeisters aus Radkow/Wünschelburg und im April 1991 weilte auf Einladung der Gemeinde Anröchte eine Delegation aus Radkow in der Haarstranggemeinde. Auch im Vorfeld des Besuches fanden erfreuliche Wandlungen statt. War ursprünglich noch ein aufwendiges Einladungsverfahren zur Erteilung eines Einreisevisa erforderlich, so konnten Bürgermeister und Gemeindedirektor der Gemeinde Anröchte am 15.04.1991 in ihrem Einladungsschreiben schon auf die seit dem 08.04.1991 bestehende Visafreiheit hinweisen. Zum ersten persönlichen Kennenlernen, dem nun nichts mehr im Wege stand, reichte der Reisepass aus. Per Telegramm wurde aus Wünschelburg die Ankunft avisiert und am 07.05.1991 - nur drei Wochen nach der ersten schriftlichen Einladung - konnten sich die Vertreter der Gemeinden Anröchte und Wünschelburg persönlich gegenüberstehen. In der Entwicklung der Patenschaft zur Partnerschaft ein sicherlich historischer Augenblick. Im Verlauf eines ersten Gespräches wurde von beiden Seiten ein behutsamer Aufbau einer echten Partnerschaft befürwortet und im gleichen Jahr noch, am 04.10.1991, weilte Bürgermeister Marek Jagodka erneut mit Vertretern der Gemeinde Wünschelburg in Anröchte.

 
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Durch die bestehenden persönlichen Kontakte war zwischenzeitlich auch die Basis dafür geschaffen worden, über eine echte partnerschaftliche Vereinbarung zu sprechen. Inhalt dieser Vereinbarung sollte der Auf- und Ausbau gegenseitiger freundschaftlicher Beziehungen auf den Gebieten Kultur, Kunst, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit, Technik und Sport sein. Die Zusammenarbeit beider Kommunen steht im Dienst der Völkerverständigung und soll dem Fortschritt auf den vorgenannten Gebieten und der wirtschaftlichen Entwicklung der Partnergemeinden dienen. So beschloss der Rat der Gemeinde Anröchte am 05.11.1991 einstimmig, den Partnerschaftsvertrag mit Radkow/Wünschelburg abzuschließen. Die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde fand am 29.11.1991 im Rahmen einer Sondersitzung des Rates in Radkow/Wünschelburg (Polen) statt. Bereits ein gutes halbes Jahr später wurde zwischen beiden Kommunen der erste Schüleraustausch in die Tat umgesetzt, nachdem auch einige Vereine und Verbände Kontakte nach Polen geknüpft haben. Ein Weg von der Patenschaft zu einer echten und mit Leben erfüllten Partnerschaft.

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